Coaching-Programm der EMR Unternehmensberatung

Erfahrungen aus Mandantensicht

In unserer anwaltlichen Praxis werden wir wiederholt von Mandanten konsultiert, die über ihre Erfahrungen mit Coaching- und Beratungsangeboten berichten. Hierzu zählen auch Sachverhalte im Zusammenhang mit der „EMR Unternehmensberatung“, welche sich selbst als Unternehmensberatung für Unternehmen der Reinigungsbranche darstellt.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die nachfolgenden Ausführungen ausschließlich auf den Schilderungen und Erfahrungen unserer Mandanten sowie den offiziellen Marketingaussagen auf der Webseite beruhen und keine pauschale oder abschließende Bewertung im Einzelfall darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Spezialisierung auf die Reinigungsbranche – Erwartungen und Realität

Aus Mandantensicht wird berichtet, dass sich die Angebote gezielt an Unternehmen aus der Reinigungsbranche richten und es wird mit branchenspezifischem Know-how sowie konkreten Wachstumsversprechen geworben.

Laut der Webseite der EMR Unternehmensberatung bietet das Programm mehr Anfragen von lukrativen Aufträgen, die Anziehung kompetenter und verantwortungsvoller Mitarbeiter und die Implementierung von verbesserten internen Abläufen, insbesondere mittels KI-Automatisierung.

Auf „Trustpilot“ hat das Unternehmen zum heutigen Zeitpunkt über 200 Bewertungen mit einer Bewertung von 4,6 Sternen.

Es wird mit Beispielen hoher Jahresumsätze geworben, etwa von 2.000.000 € und 10.000.000 € Jahresumsatz.

Nach den uns vorliegenden Schilderungen blieb die tatsächliche Umsetzung dieser Versprechen jedoch in einigen Fällen hinter den Erwartungen zurück. Mandanten berichten insbesondere davon, dass individuelle betriebliche Besonderheiten nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.

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Landgericht Frankfurt stärkt Verbraucherrechte bei Online-Coaching-Verträgen

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Coaching-Verträge und Leistungsumfang

Ein wiederkehrender Punkt betrifft die Ausgestaltung der Coaching-Verträge. Aus den Erfahrungen unserer Mandanten ergibt sich, dass:

  • die Inhalte und der konkrete Leistungsumfang vor Vertragsschluss nicht immer hinreichend transparent gewesen seien,
  • standardisierte Coaching-Inhalte verwendet worden seien, die nicht in jedem Fall den individuellen Bedürfnissen entsprochen hätten,
  • der praktische Nutzen der Maßnahmen teilweise hinter den in Aussicht gestellten Ergebnissen zurückgeblieben sei.

Relevanz des Fernunterrichtsschutzgesetzes (FernUSG)

In rechtlicher Hinsicht spielt bei Coaching-Angeboten zunehmend das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) eine Rolle.

Nach dem FernUSG benötigen Anbieter von Fernunterricht eine Zulassung der Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Diese Zulassung hat die EMR Unternehmensberatung nach den uns vorliegenden Informationen nicht. Ohne ZFU-Zulassung ist ein Vertrag nichtig, wenn er unter die Voraussetzungen des FernUSG fällt.

Nach den Erfahrungen unserer Mandanten stellte sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob für entsprechende Angebote eine Zulassung nach dem FernUSG erforderlich gewesen wäre.

Ob dies im konkreten Einzelfall zur Nichtigkeit des Vertrages führen kann, ist jedoch stets anhand der konkreten Vertragsgestaltung und Durchführung zu prüfen.

Aus den uns geschilderten Fällen ergibt sich, dass die angebotenen Leistungen als online durchgeführte Coaching-Programme ausgestaltet gewesen sind, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine für das FernUSG ausreichende Wissensvermittlung sowie eine Lernerfolgskontrolle sowie eine räumliche Trennung beinhalten. Für eine Lernerfolgskontrolle ist laut dem BGH lediglich eine vertraglich geschuldete Feedback-Möglichkeit Voraussetzung, also die Möglichkeit, sich durch eigene Fragen bei dem Lehrenden rückzuversichern.

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Anwendbarkeit des FernUSG auch für Unternehmen

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Wirtschaftliche Belastung und Vertragsbeendigung

Ein weiterer Aspekt betrifft aus Mandantensicht die wirtschaftliche Belastung durch die Coaching-Verträge. Teilweise wird von erheblichen Vergütungen berichtet, die in keinem angemessenen Verhältnis zum wahrgenommenen Nutzen standen.

Zudem schildern Mandanten vereinzelt Schwierigkeiten bei der vorzeitigen Beendigung der Verträge oder der Rückforderung bereits geleisteter Zahlungen.

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Erfolg vor dem OLG Naumburg – Media Kanzlei lässt erneut einen Coaching-Vertrag für nichtig erklären

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Rechtliche Einordnung

Die rechtliche Bewertung derartiger Sachverhalte ist stets einzelfallabhängig. Insbesondere Fragen zur Wirksamkeit des Vertrages, zu möglichen Verstößen gegen das FernUSG oder zu Ansprüchen wegen Täuschung oder unzureichender Aufklärung bedürfen einer sorgfältigen juristischen Prüfung.

In Einzelfällen kann auch das Verbraucher-Widerrufsrecht greifen, wenn der Teilnehmer kein Gewerbe hat.

Auch insoweit gilt: Unsere Einschätzungen beruhen auf den individuellen Erfahrungen unserer Mandanten und den jeweils vorliegenden Unterlagen.

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Neustes BGH-Urteil zu Online-Coachings: Wann liegt Fernunterricht vor?

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Fazit

Aus den Erfahrungen unserer Mandanten im Zusammenhang mit der EMR Unternehmensberatung im Bereich Coaching für Reinigungsunternehmen ergeben sich wiederkehrende rechtliche Fragestellungen – insbesondere im Hinblick auf Transparenz, Vertragsgestaltung und die mögliche Anwendbarkeit des FernUSG.

Betroffene Unternehmen sollten ihre individuelle Situation rechtlich prüfen lassen, um etwaige Ansprüche oder Handlungsoptionen zu klären.

Gerne unterstützen wir Sie bei der rechtlichen Bewertung Ihres Einzelfalls und stehen Ihnen beratend zur Seite.

Wir unterstützen Sie in Angelegenheiten im Coaching-Recht

Sie haben einen Coachingvertrag für Ihr Reinigungsunternehmen abgeschlossen und zweifeln an den versprochenen Leistungen? In letzter Zeit häufen sich Fälle von fehlenden Zulassungen nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz bei solchen Beratungsangeboten. Daher ist es umso wichtiger, diese Verträge von einem Anwalt prüfen zu lassen und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Unsere Anwälte sind auf derartige Fallgestaltungen spezialisiert und haben bereits zahlreiche Mandanten bei verschiedenen Coaching-Angeboten erfolgreich unterstützt. Kontaktieren Sie uns noch heute!

Rechtsanwalt Dr. Severin Riemenschneider, LL.M. Eur. gründete die Media Kanzlei Frankfurt | Hamburg im Jahr 2014. Er ist seit 2016 Fachanwalt für Medien- und Urheberrecht.
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